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Iliosakralgelenk – Wenn der untere Rücken schmerzt

Iliosakralgelenk – Wenn der untere Rücken schmerzt

Wenn der Rücken schmerzt, kann dies viele Ursachen haben. Die meisten Leute denken dann sofort an Verspannungen, einen Hexenschuss, Probleme mit den Bandscheiben oder sie bringen die Beschwerden mit dem Ischiasnerv in Verbindung. Vom Iliosakralgelenk, kurz: ISG, haben dagegen die wenigstens schon einmal etwas gehört. Tatsächlich ist aber genau diese kleine Fuge an fast 25 Prozent der Rückenschmerzen Schuld und wird in ihrer Bedeutung oft unterschätzt. Damit dir das nicht passiert, haben wir dir hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen zusammengestellt.

Was ist das Iliosakralgelenk und wo befindet es sich?

Das Iliosakralgelenk ist ein handtellergrosses Gelenk, das als Verbindungsstelle zwischen Hüfte und Wirbelsäule fungiert und somit den Oberkörper mit den Beinen verknüpft. Seine alternative Bezeichnung als Kreuzbein-Darmbein-Gelenk beschreibt gut die Position im menschlichen Körper, da es die beiden genannten Knochen miteinander verbindet. Tatsächlich hat jeder zwei dieser Gelenke, nämlich ein linkes und ein rechtes. Das Wort „Gelenk“ ist hierbei etwas irreführend, da das ISG kein Kugelgelenk ist wie zum Beispiel die Schulter. Daher ist es wenig beweglich, lässt sich aktiv nicht bewegen und ist eher eine Fuge als ein Gelenk.

Welche Aufgaben erfüllt das Iliosakralgelenk?

Das fein aufeinander abgestimmte Zusammenspiel von unterschiedlichen Knochen wie Bandscheiben, Kreuzbein, Lendenwirbeln und deren Verbindung über Faszien führt dazu, dass wir uns beschwerdefrei bewegen können. Auch die beiden Iliosakralgelenke erfüllen die Aufgabe, als Teil eines grossen Ganzen dem Menschen die aufrechte Körperhaltung zu ermöglichen. Bildlich wird das Iliosakralgelenk als Stossdämpfer des Rückens bezeichnet. Das Kreuzbein trägt die Last des Rückens und überträgt diese auf die Beine. Eine Aufgabe des ISG ist es, dafür zu sorgen, dass die Rumpflast nicht nach vorne ins Becken kippt. Deshalb wird das Kreuzbein-Darmbein-Gelenk durch starke, straffe Bänder und Muskeln stabilisiert. Es dient zum Ausgleich der Kräfte, die zwischen dem Oberkörper und den Beinen wirken und absorbiert Stösse, die beim Gehen in die Wirbelsäule weitergeleitet werden.

Welche Ursachen führen zu Schmerzen?

Ist das feine Zusammenspiel der Knochen und Faszien gestört, können Schmerzen im Bereich des Rückens auftreten. Meistens ist nur eine Seite betroffen. Diese Beschwerden entstehen, wenn die Zug- oder Druckbelastungen auf den Bandapparat des Iliosakralgelenkes zu gross werden. Ursachen können Fehlbelastungen, Verschleisserscheinungen oder Unfälle sein. Aber auch unterschiedlich lange Beine, falsches Heben und Übergewicht können zum sogenannten ISG-Syndrom führen. Zudem lockern sich die straffen Bänder durch die Hormonumstellungen während einer Schwangerschaft, sodass werdende Mütter häufiger mit ISG-Problemen zu kämpfen haben. Tendenziell sind Menschen, die wenig Sport treiben, und solche mit einem Hohlkreuz häufiger betroffen.

Wie macht sich eine Blockierung bemerkbar?

Typische Symptome bei einer Blockade des Iliosakralgelenkes sind ziehende Schmerzen im Bereich des Gelenkes, also im unteren Rücken kurz oberhalb des Gesässes. Die Rückenschmerzen nehmen zu, wenn du dich nach vorne beugst oder dich auf ein Bein stellst. Hinzu kommen Bewegungseinschränkungen beispielsweise beim Anziehen der Beine. Auslöser können etwa ein Tritt ins Leere oder ein Sturz sein. Viele Patienten klagen vor allem nach langen Stehzeiten oder beim Aufstehen nach dem Liegen oder Sitzen über Schmerzen. Es ist typisch für eine Blockierung dieser Knochenspalte, dass die Schmerzen vor allem im Sitzen auftreten und bestehenden Schmerzen sich dabei verschlimmern. Der Schmerz strahlt dabei oft in das Gesäss, in den Oberschenkel oder zur Leiste hin aus. Zudem nehmen die Beschwerden typischerweise im Tagesverlauf zu.

Welche Massnahmen helfen bei Rückenschmerzen?

Wenn das Kreuzbein-Darmbein-Gelenk einmal schmerzt, nehmen Betroffene oftmals eine Schonhaltung ein, um weitere Beschwerden zu vermeiden. Allerdings ist dies der falsche Weg. Um die Blockade und die damit verbundenen Rückenschmerzen wieder in den Griff zu bekommen, sind Bewegung und verschiedene Dehnungsübungen zu empfehlen. Eine begleitende physiotherapeutische Behandlung kann den Heilungsprozess unterstützen. Kurzfristig können auch Schmerztabletten wie Ibuprofen und Diclofenac die Beschwerden lindern, um eine ausreichende Bewegung zu ermöglich. Im Akutfall ist manchmal eine Spritze zur Muskelentspannung notwendig. Zusätzlich wirken Wärmeanwendungen und eine manuelle Therapie schmerzlindernd.

Wie lange dauert der Heilungsprozess?

Leider ist die Prognose bei einer Blockade des Iliosakralgelenkes sehr individuell und oft kommt es zu einer wiederholten Blockade. Bei moderater Bewegung verschwinden die Beschwerden häufig innerhalb von drei bis sechs Tagen von selbst. Sollten die Schmerzen besonders stark sein oder nach längerer Zeit nicht abgeklungen sein, ist ein Arztbesuch angebracht. Eine Operation bei Problemen, die durch das Kreuzbein-Darmbein-Gelenk hervorgerufen werden, wird nur in absoluten Ausnahmefällen durchgeführt.

Welche Übungen helfen bei einer Blockade?

Um einer erneuten Dysfunktion der Iliosakralgelenke vorzubeugen, helfen Muskelaufbau sowie regelmässige sportliche Aktivitäten, die die Verspannung rund um die Knochenspalte lösen und die Schmerzen reduzieren. Eine Kräftigung der Bauchmuskulatur entlastet im Allgemeinen den Rumpf. Hier einige Tipps:

  • Um das ISG zu dehnen, leg dich auf den Rücken und strecke deine Arme zur Seite aus. Nun winkelst du die Beine an und drehst den Kopf zur linken Seite. Die angewinkelten Beine lässt du langsam zur rechten Seite fallen (30 Sekunden).
  • Mit der Yogaübung „Taube“ werden deine Iliosakralgelenke und Hüftbeuger mobilisiert und dein Gesäss gedehnt. Begib dich hierfür in den Vierfüsslerstand, führe dein linkes Bein nach vorn und lege es leicht angewinkelt zwischen den Armen ab. Das hintere Bein wird gestreckt und der Oberkörper nach vorn gelehnt (30 Sekunden).
  • Beim Katzenbuckel wird die komplette Wirbelsäule mobilisiert (10 Mal).

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